Auf dem Rücken der Beschäftigten
VW steckt in einer Krise, die das Management selbst verursacht hat. Die Rechnung dafür sollen die Beschäftigten zahlen. Erst am 10. März veröffentlichte der Konzern seinen Vergütungsbericht. Der Vorstand kassierte für 2025 rund 13,6 Millionen Euro Boni, Vorstandschef Oliver Blume allein rund zwei Millionen. Zur gleichen Zeit war das operative Ergebnis um 44 Prozent eingebrochen. Ende 2024 hatten Konzern und IG Metall im Zukunftspakt vereinbart, 35.000 Stellen sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen abzubauen. Jetzt ist laut Medienberichten von deutlich mehr die Rede, bis zu 100.000 Stellen weltweit, und von der dauerhaften Schließung mehrerer Werke. Neben Emden stehen Zwickau, Hannover und das Audi-Werk Neckarsulm auf der Liste. Statt einer klaren Zukunftsperspektive bekommen die Beschäftigten und ihre Familien nur Unsicherheit.
Angst ist kein Standortfaktor
7.700 Menschen arbeiten bei VW in Emden, mehr als bei jedem anderen Industriebetrieb in Ostfriesland. Seit Ende 2024 baut das Werk nach einer milliardenschweren Investition ausschließlich Elektroautos: ID.4, ID.7 und ID.7 Tourer. Was fehlt, sind Aufträge, das Werk ist nicht ausgelastet. Eine Schließung träfe nicht nur die Belegschaft. Sie träfe die Zulieferbetriebe in der Region, die Kaufkraft in Emden und Umgebung und am Ende auch die Immobilienpreise. Ministerpräsident Olaf Lies hat die Standortgarantie für Emden zuletzt bekräftigt: „Ja, die gibt es. Es gibt keine Alternative.“ Daran muss sich der Vorstand jetzt messen lassen.
Zeichen der Solidarität
Gestern, am 9. Juli, haben sich bundesweit an allen VW-Standorten Beschäftigte versammelt, um gegen die Sparpläne zu protestieren. Auch in Emden kamen zum Schichtwechsel rund 1.500 Menschen vor das Werkstor, mit Fahnen, Trillerpfeifen und Transparenten. Mit dabei waren Kolleginnen und Kollegen aus Zulieferbetrieben, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft und die Emder SPD. Der Erhalt des VW-Werks ist für uns eine zentrale Frage für die Zukunft der Region. Wir erwarten vom Vorstand eine sozialverträgliche Lösung und eine Standortgarantie für Emden über 2030 hinaus.
Dafür setzen wir uns weiter ein.