Brückensperrung mit Folgen
Drei Wochen lang ist eine ganze Region vom Bahnverkehr abgeschnitten. Der Schienenersatzverkehr verlängert die Fahrzeiten um mindestens 40 Minuten, da bis Leer nur Busverkehr möglich ist. Ursache ist die Vollsperrung der Bahnstrecke zwischen Emden und Leer wegen Sanierungsarbeiten an der Eisenbahnklappbrücke über den Binnenhafen.
Die aktuelle Situation bereitet mir große Sorgen, zumal sie in die Hauptferienzeit fällt. In den kommenden drei Wochen haben alle 16 Bundesländer gleichzeitig Schulferien. Ein Blick auf die Sommerferientermine zeigt, wie groß das Problem dadurch wird.
Die Streckensperrung liegt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Einen idealen Zeitpunkt gibt es zwar nie. Aber komplett außerhalb der Ferien wären Berufspendler ebenso betroffen wie Schülerinnen und Schüler und alle, die auf den Schienenverkehr angewiesen sind.
Bessere Abstimmung nötig
Die Erreichbarkeit der ostfriesischen Urlaubsregion und insbesondere unserer Nordseeinseln drei Wochen lang erheblich zu verschlechtern und vom Schienenersatzverkehr abhängig zu machen, ist keine gute Entscheidung. Das schadet dem Tourismus erheblich. Abgestimmt wurde offensichtlich nur mit VW, da die Streckensperrung in die Werksferien fällt.
Die notwendigen Reparaturen an der Brücke hätten auf den Anfang der niedersächsischen Sommerferien gelegt werden sollen, noch besser in enger Abstimmung mit allen betroffenen Kommunen vor Ort.
Künftig sollte Emden gemeinsam mit anderen Städten und Gemeinden der Region auf die Bahn einwirken, um eine Wiederholung einer so massiven Beeinträchtigung zu vermeiden.